29. März 2017

Das Geld als solches: Was ist das eigentlich?

Wir erforschen so viel, auch und gerade in der Wirtschaft, aber über das Geld als solches gibt es kaum Forschungsarbeiten. Gibt man bei Google die Begriffe Forschung und Geld ein, kommen unzählige Suchergebnisse über die Finanzierung oder ausbleibende oder ungenügende Finanzierung von Forschung, aber über einen Forschungszweig, der das Geld als solches erforscht, finden wir nichts.
Dabei liegen viele Probleme, die wir heute haben, darin begründet.
Tja, werden viele sagen, was will man da auch erforschen? Geld ist Geld, es ist nun mal ein Tauschmittel, sonst nichts. Das Geld, so, wie wir es kennen, nehmen wir, hin wie die Luft, die wir atmen oder das Wasser, das wir trinken, als sei es ein Naturgesetz oder, um es mal religiös auszudrücken, Gott gewollt und unabänderbar. 
Dabei ist das Geld ein Produkt des Menschen, und zwar einzig und allein des Menschen. In der Natur hat es keinen Wert. Wenn sie sich im Amazonas verlaufen und einem Indianer begegnen, der von unserer Zivilisation nichts weiß, und diesem einen Dollarschein unter die Nase halten um etwas Wasser von ihm zu kaufen, dann werden sie in seinen verständnislosen Augen den eigentlichen Wert des Geldes außerhalb unserer zivilisatorischen Übereinkunft lesen können. Dann ist Geld in diesem Augenblick mit einem mal wieder das, was es eigentlich ist, nur ein bedruckter Papierschein. Seinen Wert hat es einzig und allein in unseren Köpfen, in unserer Übereinkunft.
Wie kann es dann sein, dass ein solches virtuelles Produkt eine solche existentielle Macht über uns hat?
Wie kann die Abwesenheit von Geld menschliche Existenzen ruinieren?
Warum lassen wir es zu, dass in unserem System menschliche Potentiale nicht gefördert oder gerettet werden können, weil es am Geld für die Maßnahmen dazu fehlt?
Wieso muss die Regierung erst mal die Wirtschaft fördern, um die notwendigen Steuereinanhmen zu generieren, ohne die sie menschlich und sozial gar nichts bewirken kann, obwohl sie doch in erster Linie für die Bevölkerung da sein sollte, und nicht für die Wirtschaft?
Warum wollen wir nicht verstehen, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der sich der Wert des Menschen am Geld misst, dass ihm direkt oder indirekt zur Verfügung steht, und nicht umgekehrt?
Dient das Geld noch uns, oder dienen wir nicht längst ihm?
Ist dies nicht der eigentliche Skandal?
Aber das Geld ist Mensch gemacht. Es ist unser Produkt, es ist nicht naturgegeben, wie wir der Luft. die wir atmen. Wir sind ihm nicht ausgeliefert. Wir könnten es jederzeit ändern oder durch ein anderes Tauschsystem ersetzen. Die Möglichkeiten der digitalen Technik bieten uns hier unzählige Möglichkeiten. Ohnehin findet zwischen 80 und 90 Prozent unseres Geldverkehrs bereits jetzt schon nur noch digital statt. Dabei stehen uns Möglichkeiten zur Verfügung, die wir noch gar nicht richtig wahrgenommen und auch noch nicht überdacht haben.
Seien wir doch mal wirklich kreativ und denken uns ein Geldsystem aus, dass dem Menschen dient, und nicht umgekehrt. Erfinden wir das Geld neu.

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