3. August 2017

Diesel Skandal. - Es scheitert ein politisches Konzept

Mit dem Diesel Skandal offenbart sich das Scheitern eines politischen Konzepts: die freiwillige Selbstregulierung des freien Marktes.
Unsere Gesellschaft krankt daran, dass nur Relevanz hat, was Gewinn abwirft. Dies ist die Achillesferse des Kapitalismus, die auf den tödlichen Stich wartet. Der Klimawandel könnte bereits ein Pfeil sein, der längst in ihr steckt.
Alles wird dem Gewinn untergeordnet. Umweltschutz? Das gefährdet doch nur unsere Automobilindustrie. Pflegenotstand? Schön, aber mit Pflege kann man keine großen Gewinne erzielen. Pflege ist ein wirtschaftlich unrentables Geschäft. Bildung? Man unterschätze nicht, was eine erstklassige Bildung kosten würde. Schon allein der pädagogisch optimale Schlüssel für benötigte Erzieher und Lehrer ist eigentlich unbezahlbar.
Man kann all diese Probleme nicht mit Wirtschaftlichkeit lösen, nicht in unserem gegenwärtigen System, denn innerhalb dieses Systems sind Dinge wie Umweltschutz, Pflege oder Bildung per se unrentabel, denn sie werfen keine oder zu geringe Gewinne ab, es sei denn, man bedient nur noch eine privilegierte Oberschicht.
Unsere Fixierung auf finanzielle Rentabilität ist systemimmanent und macht alles kaputt, was nicht genügend Gewinn abwirft, selbst wenn es um unsere Gesundheit oder das Überleben des Planeten geht.
Genau das ist das eigentliche Problem: Wir brauchen einen neuen Kapitalismus,  der sich wieder am Menschen orientiert, und nicht an den Märkten. Oder genauer: Wir brauchen ein anderes Geldsystem, das dem Menschen dient und nicht umgekehrt. Der Markt ist für viele Probleme keine Lösung sondern das eigentliche Problem. Und leider sind dies gerade sehr existentielle Probleme.
Ein Geldsystem wie jenes vom Social könnte ein Lösungsansatz sein. Umwelt, Pflege und Bildung wären permanent bezahlbar. Das klingt gewaltig, benötigt aber nur etwas Mut zum Querdenken.
Wir müssen einfach alle mal einen Schritt zurück treten und den Kapitalismus kühl und frei von Ideologie kritisch von außen betrachten. Vielleicht öffnen sich dann Wege zu einem wirklich menschlichen Kapitalismus. Die Idee des Socials ist ein erster konstruktiver Beitrag, zu einer längst überfälligen Grundsatzdiskussion.